Website Sicherheit: 7 Maßnahmen für mehr Schutz vor Hackern

Maria Preußmann
Erstellt von Maria Preußmann

10 Minuten

Normalerweise rückt die Website Sicherheit erst dann in den Fokus, wenn es bereits zu spät ist und Hacker in eine Website eingedrungen sind. Wir wollen uns daher stärker mit dem Thema Website-Hacking beschäftigen. In diesem Artikel stellen wir dir Maßnahmen vor, die nach unserer Erfahrung am besten dazu beitragen, Websites vor Angriffen zu schützen.

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In letzter Zeit wurde viel über IT-Sicherheit in kritischen Infrastrukturen diskutiert. Beispiele von gehackten Krankenhäusern oder Verkehrssystemen machen uns bewusst, wie anfällig das digitale System ist. Auch wenn deine Website nicht Teil einer kritischen Infrastruktur ist, kann sie für Hacker enorm interessant sein. Nicht nur, um sensible Daten zu stehlen, sondern auch, um Tausende von Spam-Mails über dein Konto zu versenden oder bösartigen Code einzuschleusen. Den Fokus auf Website Sicherheit zu legen, ist deshalb heutzutage enorm relevant.

Denial-of-Service-Angriffe (DoS) haben beispielsweise Hochkonjunktur. Im Jahr 2020 gab es insgesamt rund 50 Millionen DDoS-Angriffe. Aus diesem und vielen anderen Gründen, weswegen Websites gehackt werden, ist es unerlässlich, deine Online-Präsenz und den Ruf deiner Marke vor einem Angriff zu schützen.

Die Kosten von Website-Hacking: finanzielle und rufschädigende Folgen

Wenn deine Website einem Cyberangriff zum Opfer fällt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Der finanzielle Verlust ist wahrscheinlich eines der größten Risiken im Zusammenhang mit Website-Hacking. Es liegt in deiner Entscheidung, ob du Website Sicherheit zu deiner Priorität machst und deine Online-Präsenz schützt. Die folgenden Punkte machen dir mögliche Folgen bewusst:

  • Zugang zur Website: Hacker können sich durch Schwachstellen im Code oder durch Social Engineering Zugang zu deiner Website verschaffen.
  • Diebstahl von Daten: Sobald sich Hacker Zugang verschafft haben, können sie Kundendaten, Passwörter und Finanzinformationen stehlen.
  • Resultierende Kosten: Die kurzfristige Beauftragung von Expert:innen oder die Zahlung eines Lösegelds verursachen erhebliche Kosten und garantieren nicht, dass dein Unternehmen den Hackerangriff unbeschadet übersteht.
  • Betroffene Personen: Sind personenbezogene Daten auf der Website gespeichert, müssen aus Gründen des Datenschutzes und der Privatsphäre alle potenziell betroffenen Personen nach einem Cyber-Angriff informiert werden.
  • Ruf der Marke: Eine gehackte Website kann den Ruf deines Unternehmens schädigen und dazu führen, dass Kund:innen das Vertrauen in deine Marke verlieren.
  • Suchmaschinen-Rankings: Spam-Inhalte auf deiner Website können deinen Rankings schaden und deine berufliche Glaubwürdigkeit schädigen.

Woran erkennst du, dass deine Website gehackt wurde?

Hacks können offensichtlich sein, zum Beispiel durch eine Warnmeldung im Browser. Manche Hacks richten aber auch über längere Zeit unbemerkt Schaden an, weil sie nicht sofort sichtbar sind.

Hier sind 6 Anzeichen:

  • Du kannst dich nicht auf deiner Website anmelden.
  • Admin-User werden entfernt oder unbekannte User werden hinzugefügt.
  • Deine Website wird auf eine andere Website umgeleitet.
  • In Chrome erscheint eine Google-Warnung.
  • Dein Hoster hat deine Website deaktiviert.
  • Die Website enthält unerwünschte Inhalte und Spam-Pop-up-Anzeigen.

Einen Hackerangriff schnell zu erkennen, hilft dir, größeren Schaden zu vermeiden. Wir empfehlen dir daher, dich detailliert mit den Anzeichen zu beschäftigen, um ein Bewusstsein für Merkmale eines Hacks zu entwickeln.

Wie kann man die Website Sicherheit verbessern?

Es gibt viele Methoden, um deine Website vor Hackern zu schützen. Im Folgenden gehen wir nicht nur die – aus unserer Sicht – wichtigsten Maßnahmen mit dir durch, sondern diskutieren auch ihren Nutzen.

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Wie du deine WordPress Website bestmöglich vor Hackerangriffen schützen kannst, verraten wir im Podcast.

Bitte denke daran, dass keine der Präventivmaßnahmen eine Garantie liefert, dass deine Website vor Hacks sicher ist. Hacker sind immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, sich Zugang zu verschaffen. Aber mit einigen grundlegenden Schritten kannst du das Schlimmste verhindern.

1. Mache den Login sicherer

Es gibt viele Methoden, die du einsetzen kannst, um den Zugang zu deiner Website zu erschweren. Lass uns deshalb in die Tiefe gehen und die Vor- und Nachteile herausfinden:

Verwende sichere Passwörter und ändere sie regelmäßig

Oldie but Goldie – man kann gar nicht genug betonen, wie wichtig sichere Passwörter sind. Schau dir doch mal die beliebtesten Passwörter an.

The pie chart shows the 10 most used passwords in proportion. Top 3 are 123456, 123456789 and password.

Schwache Passwörter riskieren die Website Sicherheit enorm. Das Diagramm mit statistischen Daten des Hasso-Plattner-Instituts zeigt die Verteilung der 10 häufigsten Klartext-Passwörter.

Autsch! Um das zu vermeiden und deine Website zu schützen, solltest du eine strenge Kennwortrichtlinie im Unternehmen einführen. Die Passwörter aller Benutzer:innen sollten eindeutig und komplex sein. Außerdem sollten sie regelmäßig dazu aufgefordert werden, ihre Passwörter zu ändern. Verwende ein Passwort nur einmal pro Konto. Du brauchst sie dir nicht zu merken: Für die Verwaltung und Erstellung von Passwörtern gibt es einige sehr gute Passwortmanager wie KeePassXC oder 1Password.

Bleech-Tipp: Überprüfe hier, ob deine Passwörter offen zugänglich sind.

Erzwinge ein Minimum an Passwortstärke

Es ist keine schlechte Idee, starke und komplexe Passwörter obligatorisch zu machen. Eine Mindestpasswortstärke und -kombination kannst du mit Hilfe von Plugins erreichen.

Begrenze die Anzahl der Anmeldeversuche

Die Begrenzung der Anmeldeversuche mit einem Plugin kann helfen, Brute-Force-Attacken zu verhindern. Für WordPress-Websites empfehlen wir eine Web Application Firewall wie NinjaFirewall oder Wordfence (siehe Sicherheitsmethode 4). Alternativ ist es möglich, ein Captcha vor dem Login-Bereich zu implementieren, das die gleiche Aufgabe erfüllt. Wir würden aus DSGVO-Gründen nur nicht reCaptcha empfehlen, sondern stattdessen eine datenschutzfreundliche Alternative.

WordPress-Admin-Benutzernamen ändern

Standardmäßig sollte ein Benutzername niemals admin sein. Aber ein eindeutiger Benutzername hindert Hacker nicht daran, die Benutzer einer Website herauszufinden. Durch das Hinzufügen von ?rest_route=/wp/v2/users hinter der Haupt-URL einer WordPress-Website werden die Benutzernamen aller Personen, die eine Seite oder einen Artikel erstellt haben, offengelegt.

Standard Login-Pfad ändern

Eine weitere gängige Methode ist die Einschränkung des Zugriffs auf das wp-admin Verzeichnis. Die meisten Web Application Firewalls haben diese Funktion bereits integriert.

Nutze eine 2-Faktor-Authentifizierung (2FA)

Die 2FA ist ein starkes Mittel, um deine Website Sicherheit zu erhöhen, denn sie erschwert die Anmeldung für Hacker, selbst wenn das Passwort kompromittiert wurde. Der Nachteil einer 2FA ist, dass es für die eigentlichen Nutzer:innen schwieriger ist, Zugang zum Konto zu erhalten. Und sie ist nicht die billigste Sicherheitsmethode. Es gibt Fälle, in denen es sinnvoll ist, sie zu implementieren, aber du solltest prüfen, ob es die Investition wert ist.

2. Installiere alle aktuellen Sicherheitsupdates

Stelle immer sicher, dass auf deiner Website die neueste Version der gesamten Software läuft. Veraltete Software ist eine der häufigsten Gründe dafür, dass sich Hacker Zugang zu Websites verschaffen können.

Aus gutem Grund ist WordPress das beliebteste CMS der Welt. Das macht es jedoch für Hacker interessant. Regelmäßige Aktualisierungen helfen, deine Website auf dem neuesten Stand zu halten. Unabhängig davon, wie und wann du die Aktualisierungen durchführst, solltest du vorher immer ein Backup erstellen und deine Website danach erneut auf Fehler überprüfen.

Bevor du ein Plugin installierst, recherchiere und überprüfe, ob du seiner Qualität vertrauen kannst. Werden sie regelmäßig aktualisiert und sind sie mit der neuesten Version von WordPress kompatibel? Achte besonders auf kostenlose Plugins, bevor du sie installierst.

3. Implementiere TLS-Verschlüsselung

Die Transport Layer Security (TLS), der Nachfolger des SSL-Zertifikats, schützt alle sensiblen Daten, die zwischen Websites und Nutzer:innen übertragen werden, wie z. B. Anmeldedaten, Zahlungsinformationen und Kontaktformulare. Auch wenn keine sensiblen Daten übertragen werden, ist eine Verschlüsselung Standard für moderne Websites.

User sends message through two intermediate laptops, secured by SSL-Lock. Graphic.

Wenn eine Nachricht gesendet wird, die mehrere Punkte durchlaufen muss, um ihr Ziel zu erreichen, leitet jeder Zwischenpunkt die Nachricht über eine neue SSL-Verbindung weiter.

4. Benutze eine Firewall und Anti-Malware-Software

Alle präventiven Methoden, die das Einloggen erschweren, sind im Vergleich zu einer guten Firewall mehr oder weniger schwach.

Wenn deine Website bei einem professionellen Hoster läuft, brauchst du nicht extra eine Antiviren-Software zu installieren, da eine Basis-Firewall dazugehört. Wenn das nicht der Fall ist, wechsle am besten den Hoster.

Betreibst du deine Website auf deinem eigenen Server? Dann solltest du unbedingt eine Web Application Firewall installieren, um deine Websites zu schützen. Sie ist ein wirksames Mittel, um Hackerangriffe abzuwehren, bevor sie die Website erreichen. Wir arbeiten in der Regel mit Wordfence, können aber auch NinjaFirewall sehr empfehlen. Wenn du die kostenlose Version verwenden möchtest, bietet NinjaFirewall aktuellere Daten.

Tipp! Konfiguriere NinjaFirewall nach der Anleitung von Daniel Ruf.

5. Mache regelmäßige Backups

Backups sind ein Schlüsselfaktor, um eine Website nach einem Hack wiederherzustellen. Nicht nur irreparable Schäden an deinem Server, sondern auch eine gehackte Website kann zum Verlust deiner Daten führen. Sorge selbst für regelmäßige Backups oder beauftrage eine Agentur, die sich um Sicherheitsupdates kümmert.

Wenn ein Schadcode in deine Website eingeschleust wird, kann er dort mehrere Wochen lang bleiben, bis du ihn bemerkst. Um den Hack so schnell wie möglich zu beheben, musst du auf ein älteres Backup ohne diesen Schadcode zurückgreifen. Wir empfehlen dir, Backups für mindestens 60 Tage aufzubewahren und sie auf einem physisch getrennten Server zu speichern. Bei Websites mit vielen Code- und Contentänderungen ist es am besten, täglich ein Backup zu erstellen. Wenn sich deine Website nicht oft ändert, ist eine wöchentliche Sicherung ausreichend.

Tipp: Gehe nicht davon aus, dass dein Webhoster oder deine Agentur die Verantwortung für Backups deiner Website übernimmt. Frage im Zweifel lieber nach und erkundige dich nach den Bedingungen.

6. Nutze professionelles Hosting

Ein professioneller Hosting-Dienst wie unser Favorit All-Inkl bietet dir eine solide Grundlage für die Sicherheit deiner Website – selbst wenn du keine der oben beschriebenen Maßnahmen ergreifst. Die meisten von ihnen verfügen über integrierte Maßnahmen wie Malware-Scans, Firewall, regelmäßige Updates und Backups zum Schutz deiner Website. Achte darauf, dass dein Hosting-Anbieter einen 24/7-Telefonsupport anbietet. Wenn etwas passiert, ist es wichtig, schnell zu handeln und deine Website mit Hilfe des Support-Teams wiederherzustellen.

Tipp: Wenn du kein:e Expert:in bist, solltest du nicht mit Hosting-Diensten experimentieren, nur weil sie billiger sind. Das könnte auf Kosten der Sicherheit deiner Website gehen.

7. Überwache deine Website mit Visual Regression Testing

Wenn Hacker in deine Website eindringen und Spam-Links oder Bilder auf Unterseiten einfügen, findest du sie vielleicht nicht sofort. Wenn du deine Website aber regelmäßig auf unerwartete visuelle Veränderungen überprüfst, kannst du Probleme erkennen und beheben, bevor sie deiner Website oder ihren Besucher:innen ernsthaften Schaden zufügen. Zwar kannst du deine Website manuell testen, wir empfehlen dir aber, eine durchdachte Monitoring-Strategie einzuführen.

Visual Regression Tests können dabei helfen, Websites zu überwachen und vor potenziellen Hackerangriffen zu schützen. Um diesen Prozess zu automatisieren, haben wir das WordPress-Plugin VRTs – Visual Regression Testing entwickelt. Das Plugin erstellt Referenz-Screenshots von Seiten und vergleicht sie mit täglichen Vergleichs-Screenshots. Wenn das Tool einen Unterschied entdeckt, wirst du sofort benachrichtigt. Auf diese Weise können Probleme schnell erkannt und behoben werden.

Laptop with Switcher shows different content left and right. Illustration.

Mit Hilfe von Visual Regression Tests wird automatisch eine frühere Version mit dem aktuellen Zustand der Website verglichen.

Fazit: Ergreife jetzt Maßnahmen zur Website Sicherheit

WordPress ist das beliebteste CMS der Welt. Das hat es aber auch zu einem beliebten Ziel für Hackerangriffe gemacht. Diese Hacks sind manchmal nicht offensichtlich zu erkennen. Auf dem Spiel stehen sensible Kundendaten, aber auch der Ruf deines Unternehmens.

Um es noch einmal zusammenzufassen:

  1. Entwickle ein Bewusstsein für Merkmale eines Hacks.
  2. Überprüfe, ob deine Website gehackt wurde.
  3. Mache regelmäßige Backups der Website.
  4. Ergreife Maßnahmen, Hacks zu vermeiden.
  5. Entwickle eine automatische Monitoring-Strategie, um Hack schnell zu erkennen.

Sollte deine Website gehackt werden, ist es wichtig, dass du sofort Maßnahmen ergreifst. Informiere die Behörden und deine Kunden so schnell wie möglich, damit sie sich selbst schützen können. Arbeite dann mit Expert:innen zusammen, um den Schaden zu beseitigen und deine Website Sicherheit zu erhöhen. Willst du dich gegen künftige Angriffe sichern, helfen wir dir gerne weiter.

Hast du schon dafür gesorgt, dass deine WordPress Website vor Hackerangriffen sicher ist? Teile den Artikel in deinem Netzwerk und diskutiere mit uns über das Thema!

Es gibt keine spezifische Zielgruppe in Bezug auf Thema oder Größe. Die Motivation von Hackern ist es, eine Sicherheitslücke in einem Plugin, einer PHP-Version oder ähnlichem zu finden. Dann greifen sie jede Website mit dieser Lücke an.

Unsere Top 5 Tipps zum Schutz einer Website vor Hackern:

  1. Verwende starke Passwörter
  2. Benutze nur aktuelle Software
  3. Implementiere TLS-Verschlüsselung
  4. Mache regelmäßige Website Backups
  5. Verwende professionelles Hosting

Nimm sofort Kontakt mit Fachleuten auf! Rufe deinen Hosting-Dienst oder Webdesigner an. Informiere auch die Behörden und potenziell betroffene Kunden.

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